Name: Stelis dactyloptera (Rchb.f.) Pridgeon & M.W.Chase
Synonyme: Pleurothallis dactyloptera Rchb.f.
Etymologie: dactyloptera = mit gefingerten Flügeln — leitet sich von den griechischen Wörtern daktylos (Finger) und pteron (Flügel) ab und bezieht sich auf die charakteristisch gefingerte bzw. geteilte Form der Blütensegmente.
Vermehrung: In-vitro-Gewebekultur (Samen); steril im Nährmedium kultiviert. Regelfall: 4 Sämlinge pro Flasche (Orchipack).
Erstbeschreibung: 1878 durch Heinrich Gustav Reichenbach (als Pleurothallis dactyloptera in Xenia Orchidacea 3: 23); 2001 von Alec M. Pridgeon und Mark W. Chase in die Gattung Stelis überführt.
Herkunft / Verbreitung: Südamerika (Kolumbien, Ecuador und Peru).
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in feuchten Bergnebelwäldern der Anden in Höhenlagen von etwa 1000 bis 2000 Metern. Benötigt nach dem Ausflaschen temperierte bis kühle Bedingungen, halbschattige Lichtverhältnisse (keine direkte Sonne), eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von 75–85 % sowie eine kontinuierliche, sanfte Luftzirkulation.
Beschreibung & Anmerkungen: Stelis dactyloptera ist eine faszinierende Miniatur-Orchidee, die früher in der Sektion Specklinia innerhalb von Pleurothallis geführt wurde. Sie bildet kompakte Büschel aus schmalen, ledrigen Blättern, aus denen filigrane Blütentriebe hervorgehen. Die zarten, durchscheinenden Blüten zeigen eine außergewöhnliche Morphologie mit schmalen, fingerartig verlängerten Sepalen in Nuancen von Gelb, Grün und zartem Rosa-Violett. Durch die freie Bestäubung (OP / open pollinated) lässt die Sämlingsnachzucht vitale Jungpflanzen dieser seltener angebotenen Anden-Rarität erwarten. Sehr gut geeignet für die Kultur in Vitrinen, Terrarien oder Flaschengärten.
Kulturhinweis für den Verkauf (Orchipack): Die Jungpflanzen befinden sich in einem sterilen, geschlossenen Glas auf einem agarbasierten Nährboden. Das System ist vollkommen autark, solange das Gefäß versiegelt bleibt. Nach dem Erreichen einer adäquaten Größe werden die Pflanzen vorsichtig entnommen, die Agarreste gründlich mit lauwarmem Wasser abgespült und die Sämlinge in feinste Pinienrinde oder lebendes Sphagnum-Moos (vorzugsweise in einem geschlossenen Terrarium) pikiert.