Name: Scaphosepalum breve Rchb.f.
Etymologie: Der Gattungsname Scaphosepalum leitet sich aus den griechischen Wörtern skaphe (Kahn/Schiffchen) und sepalum (Kelchblatt) ab und verweist auf die kahnartig verwachsenen Kelchblätter. Das Artepitheton breve entstammt dem lateinischen Adjektiv brevis (kurz) und bezieht sich auf die kurze Wuchsform der Blütenstände oder Pflanzenteile.
Synonyme: Scaphosepalum brevis Rchb.f.
Vermehrung: Aus Samen, vegetative Teilung.
Erstbeschreibung: 1888 durch Heinrich Gustav Reichenbach in Flora 71: 153.
Herkunft / Verbreitung: Kolumbien, Ecuador und Peru.
Standort / Habitat: Epiphytisch in feuchten tropischen Bergwäldern in Höhenlagen von etwa 1.200 bis 2.400 m.
Beschreibung & Anmerkungen: Scaphosepalum breve ist eine miniaturartige, epiphytisch wachsende Orchidee. Die Art wächst büschelartig und bildet schlanke Triebachsen (Ramicaulon) ohne Pseudobulben aus, die jeweils von röhrenförmigen Scheiden umhüllt sind und ein einzelnes, aufrechtes, ledriges Blatt tragen. Das Blatt ist elliptisch bis spatelförmig und verschmälert sich an der Basis in einen kurzen Stiel.
Die Blütenstände entspringen seitlich an der Basis der Triebe und bringen nacheinander (sukzessive) kleine Einzelblüten an einer kurzen, oft leicht gebogenen Achse hervor. Die Kelchblätter sind gattungstypisch strukturiert: Die seitlichen Kelchblätter sind miteinander verwachsen und besitzen verdickte, kissenartige Auswüchse (Ospheosysteme) mit kurzen Spitzen. Die Lippe ist klein, dreilappig und weist im zentralen Bereich feine Kiele auf.
In Kultur bevorzugt die Art schattige bis halbschattige Bedingungen bei temperierten bis kühlen Temperaturen und konstant hoher Luftfeuchtigkeit. Das Substrat sollte durchlässig sein und gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dass Staunässe entsteht. Sie eignet sich hervorragend für die Pflege aufgebunden auf Kork- oder Farnwurzelträgern sowie für die Kultur im Terrarium oder in der Vitrine.