Name: Porroglossum sergii P.Ortiz
Etymologie: sergii = benannt zu Ehren von Padre Sergio Restrepo Uribe, einem kolumbianischen Priester, Botaniker und Orchideenkenner.
Vermehrung: Aus Samen (In-vitro);
Erstbeschreibung: 1975 von Pedro Ortiz Valdivieso in Orquideología (10: 251).
Herkunft / Verbreitung: Kolumbien (Endemit im Departamento Antioquia).
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in kühlen, dauerfeuchten Nebelwäldern der Anden in Höhenlagen von ca. 2.000 bis 2.400 Metern. Sie gedeiht an schattigen, moosbewachsenen Ästen bei ganzjährig hoher Luftfeuchtigkeit und konstanter Luftbewegung.
Beschreibung & Anmerkungen: Porroglossum sergii ist eine faszinierende Miniatur-Orchidee aus der Verwandtschaft der Pleurothallidinae. Sie bildet dichte Polster aus spatelförmigen, leicht fleischigen, dunkelgrünen Blättern. Die meist einzeln stehenden Blüten erscheinen an schlanken, aufrechten Blütenständen und fallen durch ihre schröpfförmig zusammengewachsenen Sepalen mit schwanzartig verlängerten Spitzen auf. Ein besonderes Merkmal ist der berührungsempfindliche, Schnappmechanismus der Blütenlippe: Bei Insektenkontakt klappt die Lippe schlagartig nach innen, um den Bestäuber gegen das Gynostemium zu drücken.
In der Kultur benötigt diese Hochland-Rarität kühle bis temperiert-kühle Bedingungen (ideal 12–20 °C) und verträgt keine langanhaltende Sommerhitze. Der Standort sollte schattig bis halbschattig ohne direkte Sonneneinstrahlung sein. Da sie aus Nebelwäldern stammt, verlangt sie eine hohe Luftfeuchtigkeit (über 75 %) und ein konstant leicht feuchtes Substrat (z. B. feines Sphagnum-Moos oder eine sehr luftige Rindenmischung), das jedoch niemals staunass stehen darf.