Name: Lepanthes telipogoniflora × Lepanthes saltatrix
Etymologie: telipogoniflora = mit Blüten wie eine Telipogon (bezieht sich auf die auffallend großen, flachen Blüten); saltatrix = Tänzerin (verweist auf die grazil geschwungenen Blütenteile).
Vermehrung: Samen (In-vitro-Aussaat);
Erstbeschreibung: Es handelt sich um eine künstlich erzeugte, primäre Hybrid-Kreuzung, die noch keinen offiziellen, registrierten Grex-Namen trägt.
Herkunft / Verbreitung: Gartenhybrid (die beiden Elternarten stammen ursprünglich aus den feuchten Vorgebirgs- und Tieflandregenwäldern Kolumbiens und Ecuadors).
Standort / Habitat: Kulturbedingt epiphytisch. Da beide Elternteile in schattigen, dauerfeuchten Bereichen des Unterholzes in tieferen bis mittleren Höhenlagen (ca. 400 bis 1.100 Meter) vorkommen, verlangt diese Hybride im Gegensatz zu typischen Hochland-Lepanthes ein deutlich wärmeres bis intermediäres Mikroklima.
Beschreibung & Anmerkungen: Diese hochkarätige Primärhybride vereint zwei der absolut spektakulärsten Merkmale innerhalb der Gattung Lepanthes. Von Lepanthes saltatrix erbt die Pflanze die markanten, herzförmig-rundlichen Blätter, die eine plastisch unebene (bullöse) Oberfläche mit einer wunderschönen, dunklen netzartigen Aderung (Reticulation) aufweisen. Der Einfluss von Lepanthes telipogoniflora steuert phänomenale Gene für die Blüte bei: Sie bricht die typischen, winzigen Dimensionen der Gattung und bringt für die Pflanzengröße gigantische, weit geöffnete, fast kreisrunde Blüten hervor. Die Blütenfarbe changiert in leuchtenden Orange-, Rot- und Gelbtönen und liegt flach auf den dekorativ gemusterten Blättern auf.
In der Kultur zeigt sich dieser Hybrid durch den Heterosis-Effekt (Kreuzungsvitalität) oft wüchsiger und anpassungsfähiger als die reinen Elternarten, darf aber keinesfalls zu kühl gepflegt werden. Sie benötigt ganzjährig warme bis maximal intermediäre Bedingungen und darf niemals austrocknen. Perfekt geeignet für die dauerhafte Pflege in Regenwaldterrarien und feuchtwarmen Pflanzenvitrinen. Am besten gedeiht sie schattig aufgebunden auf Kork mit einer stets leicht feuchten Moosbasis (z.B. Sphagnum-Moos) bei einer Luftfeuchtigkeit von über 80 % und einer kontinuierlichen, sanften Luftzirkulation.