Name: Lepanthes calodictyon Hook.
Synonyme: Stelis calodyction Spruce
Etymologie: calodictyon = schönes Netz — setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern kalos (schön) und diktyon (Netz) und bezieht sich auf die spektakuläre, netzartige Blattäderung.
Vermehrung: In-vitro-Gewebekultur (Samen); steril im Nährmedium kultiviert. Regelfall: 4 Sämlinge pro Flasche (Orchipack).
Erstbeschreibung: 1861 durch William Jackson Hooker.
Herkunft / Verbreitung: Westliches Kolumbien und Ecuador.
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in feuchten, moosreichen Bergnebelwäldern in Höhenlagen von 450 bis 1500 Metern. Benötigt nach dem Ausflaschen schattige bis halbschattige Bedingungen (keine direkte Sonne), eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von 75–85 % sowie eine kontinuierliche, sanfte Luftzirkulation.
Beschreibung & Anmerkungen: Lepanthes calodictyon gilt als eine der faszinierendsten Miniatur-Orchideen überhaupt. Herausragendes Merkmal sind ihre fast runden, zarten Blätter mit ausgeprägt gewelltem Rand, die von einer kontrastreichen, netzartigen Aderung in Rot-Braun- oder Dunkelgrüntönen durchzogen sind. Die winzigen, unermüdlich aufeinanderfolgend erscheinenden Blüten sitzen direkt auf der Blattoberseite. Sie sind extrem filigran gebaut und leuchten in transluzenten Rot- und Gelbtönen. Aufgrund ihrer Herkunft aus feuchten Nebelwäldern ist die Art nach dem Auspflanzen empfindlich gegenüber Austrocknung.
Kulturhinweis für den Verkauf (Orchipack): Die Jungpflanzen befinden sich in einem sterilen, geschlossenen Glas auf einem agarbasierten Nährboden. Das System ist vollkommen autark, solange das Gefäß versiegelt bleibt. Nach dem Erreichen einer adäquaten Größe werden die Pflanzen vorsichtig entnommen, die Agarreste gründlich mit lauwarmem Wasser abgespült und die Sämlinge in feinste Pinienrinde oder lebendes Sphagnum-Moos (vorzugsweise in einem geschlossenen Terrarium) pikiert.