Name: Lepanthes guatemalensis Schltr.
Synonyme: Lepanthes tuerckheimii Schltr.
Etymologie: guatemalensis = aus Guatemala stammend — verweist auf das Land, in dem das Typusexemplar entdeckt wurde.
Vermehrung: Aus Samen
Erstbeschreibung: 1912 von Rudolf Schlechter in Repertorium Specierum Novarum Regni Vegetabilis (10: 355).
Herkunft / Verbreitung: Mexiko (Chiapas), Guatemala, El Salvador and Honduras.
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in feuchten montanen Nebelwäldern in Höhenlagen von ca. 1.800 bis 2.600 Metern. Sie bevorzugt tiefen Schatten sowie ein konstant kühles, sehr feuchtes Umfeld mit kontinuierlicher Nebelbildung.
Beschreibung & Anmerkungen: Lepanthes guatemalensis ist eine filigrane Miniatur-Orchidee mit aufrechten Trieben, die von den gattungstypischen, trichterförmigen und leicht behaarten Blattscheiden (Lepanthiform-Scheiden) umhüllt sind. Jeder Trieb trägt ein einzelnes, eiförmiges bis elliptisches, oft zart strukturiertes Blatt. Der extrem schlanke Blütenstand liegt meist flach auf der Ober- oder Unterseite des Blattes auf und bringt sukzessive winzige, hochkomplexe Blüten hervor. Die Blütenblätter sind gelblich bis rötlich gefärbt und weisen die für diese Gattung charakteristische, spezialisierte Lippenstruktur auf.
In der Kultur benötigt diese Hochland-Art zwingend ganzjährig kühle Bedingungen und reagiert extrem empfindlich auf sommerliche Hitzeperioden. Aufgrund ihrer Wuchsform wird sie idealerweise aufgebunden auf Kork oder Baumfarn gepflegt. Das Moospolster an den Wurzeln darf niemals vollständig austrocknen. Eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von über 80 % und eine feine, stetige Luftzirkulation sind für das Überleben dieser sensiblen Miniorchidee unerlässlich.