Name: Lepanthes helicocephala Rchb.f.
Etymologie: helicocephala = schneckenkopf- oder spiralköpfig — leitet sich von den griechischen Wörtern helix (Spirale/Windung) und kephale (Kopf) ab; bezieht sich wahrscheinlich auf die spiralförmig oder schraubig gedrängte Anordnung der Blüten am Blütenstand.
Vermehrung: Aus Samen (In-vitro);
Erstbeschreibung: 1856 von Heinrich Gustav Reichenbach (Rchb.f.) in Xenia Orchidacea (1: 150).
Herkunft / Verbreitung: Nördliches und westliches Südamerika (Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Venezuela, Brasilien sowie Suriname und Französisch-Guayana).
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in feuchten tropischen Tiefland- bis Bergnebelwäldern in Höhenlagen von ca. 60 bis 950 Metern. Sie besiedelt schattige, permanent luftfeuchte Bereiche an dünnen Zweigen und Ästen unter warmen bis intermediären Klimabedingungen.
Beschreibung & Anmerkungen: Lepanthes helicocephala ist eine faszinierende, mini-miniaturwüchsige Orchidee mit zierlichen, aufrechten Trieben (Ramicauls), die von 6 bis 9 mikroskopisch gewimperten lepanthiformen Scheiden umhüllt sind. Jedes Triebende trägt ein einzelnes, kleines, ledriges Blatt. Der schlanke, sukzessive blühende Blütenstand entwickelt sich an der Rückseite des Blattes und bringt nacheinander mehrere winzige, ca. 5 mm große Blüten hervor. Die Blüten sind oft intensiv gelb-orange bis rötlich gefärbt und weisen die für die Gattung typisch komplexe, filigrane Lippen- und Petalenstruktur auf.
In der Kultur benötigt diese Art halbschattige bis schattige Bedingungen bei intermediären bis warm-temperierten Temperaturen. Da die Pflanze über keinerlei Speicherorgane verfügt, darf das Substrat niemals vollständig austrocknen. Die Pflege gelingt am besten aufgebunden auf Kork mit einer Unterlage aus feuchtem Sphagnum-Moos oder in winzigen, exzellent drainierten Netztöpfen mit feiner Rindenmischung. Eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von über 75–80 % sowie eine kontinuierliche, sanfte Luftzirkulation sind zwingend erforderlich, um Vitalität zu sichern und Pilzerkrankungen vorzubeugen.