Name: Lepanthes dictydion Luer & Hirtz
Synonyme:
Etymologie: dictydion = kleines Netz / netzartig — bezieht sich auf das griechische Wort für „kleines Netz“ (diktyon) und beschreibt die markante, dunkel gitterartige Aderung auf den Blättern.
Vermehrung: Aus Samen (In-vitro);
Erstbeschreibung: 1895 (oder im Zuge der moderneren Revisionen) durch Carlyle A. Luer und Alexander C. Hirtz beschrieben.
Herkunft / Verbreitung: Ecuador und Peru.
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in feuchten montanen Nebel- und Cloudforest-Wäldern der Anden in Höhenlagen von ca. 1.400 bis 1.800 Metern. Sie gedeiht im tiefen Schatten hoher Luftfeuchtigkeit bei konstant kühlen bis intermediären Klimabedingungen.
Beschreibung & Anmerkungen: Lepanthes dictydion ist eine außergewöhnliche Miniatur-Orchidee, die primär für ihr hochdekoratives Laub geschätzt wird. Die kleinen, fast kreisrunden bis elliptischen Blätter zeigen eine auffallende, kontrastreiche Netzstruktur aus dunklen Venen auf hellerem Grund. Der fadenförmige Blütenstand entwickelt sich an der Oberseite des Blattes und bringt sukzessive winzige, fleischige Blüten hervor. Die Blüten besitzen zugespitzte Sepalen mit fast hornartig divergierenden Spitzen, was ihnen eine faszinierend architektonische Struktur verleiht.
In der Kultur benötigt diese Art ein kühl-temperiertes bis intermediäres Mikroklima (ca. 14 bis 23 °C) mit einer spürbaren Nachtabsenkung. Da sie keine Speicherorgane besitzt, darf die Pflanze niemals vollständig austrocknen. Die Pflege erfolgt idealerweise aufgebunden auf Kork- oder Farnwurzelstücken mit einer Unterlage aus lebendem Sphagnum-Moos oder in sehr feinen, luftigen Netztöpfen. Eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von über 75 % sowie eine kontinuierliche, sanfte Luftzirkulation sind unabdingbar, um stehende Nässe und daraus resultierenden Pilzbefall an den Blatthorsten zu verhindern. Perfekt für die Kultur in feuchten Vitrinen oder Terrarien geeignet.