Name: Dossinochilus Dreamcatcher
Etymologie: Dossinochilus = Hybrid-Gattung aus Dossinia und Anoectochilus; Dreamcatcher = Traumfänger — verweist auf das filigrane, netzartige Muster der Blattadern, das an ein gewebtes Traumfänger-Netz erinnert.
Vermehrung: In-vitro-Aussaat oder Gewebekultur (Mikrovermehrung); in Kultur durch das vorsichtige Teilen des kriechenden Rhizoms (jeweils mit aktiven Triebknospen und Wurzelansätzen).
Erstbeschreibung: Diese künstlich erzeugte Gattungshybride (Dossinia marmorata × Anoectochilus brevilabris) wurde im Jahr 2004 von Leon Glicenstein (Hoosier Orchid Company) gezüchtet und offiziell bei der Royal Horticultural Society (RHS) registriert.
Herkunft / Verbreitung: Gartenhybrid (die beiden beteiligten Elternarten stammen aus den schattigen, feuchten Waldböden Südostasiens und Borneos).
Standort / Habitat: Kulturbedingt terrestrisch. Als typische „Juwelorchidee“ wächst sie unter den Bedingungen des tropischen Waldbodens – extrem schattig, sehr luftfeucht, warm und in einem lockeren, stets leicht feuchten Humus- oder Moosbett.
Beschreibung & Anmerkungen: Dossinochilus Dreamcatcher gehört zu den begehrtesten Juwelorchideen überhaupt. Sie wächst kriechend entlang des Substrats und bildet fleischige, sukkulente Rhizome. Die samtigen, breit-elliptischen Blätter haben eine tief dunkelgrüne bis fast schwärzliche Grundfarbe und sind von einem spektakulären, stark kontrastierenden Netz aus silbrig-weißen bis rötlich-pink schimmernden Adern („Blitzeffekt“) durchzogen. Die Unterseite der Blätter zeigt oft eine rötlich-violette Tönung. Die Blüten erscheinen an einem aufrechten, behaarten Blütenstand, sind im Vergleich zum Laub jedoch eher unscheinbar.
In der Kultur benötigt diese exquisite Hybride zwingend halbschattige bis schattige Bedingungen; direktes Sonnenlicht verbrennt das empfindliche, samtige Laub sofort. Perfekt geeignet ist sie für geschlossene Terrarien, Vitrinen oder Flaschengärten, da sie eine konstant hohe relative Luftfeuchtigkeit von über 70 % benötigt. Das Substrat (am besten reines Sphagnum-Moos oder ein sehr feiner, luftiger Mix aus Torf, Perlit und Pinienrinde) muss gleichmäßig feucht gehalten werden – Staunässe führt jedoch schnell zu Stammfäule. Sie bevorzugt ganzjährig warme bis warm-intermediäre Temperaturen (ideal 18–25 °C) und sollte ausschließlich mit kalkfreiem Wasser (Regenwasser oder Osmosewasser) gegossen werden.