Name: Trichocentrum microchilum (Bateman ex Lindl.) M.W.Chase & N.H.Williams Synonyme: Oncidium microchilumBateman ex Lindl.
Etymologie: microchilum = mit kleiner Lippe — verweist auf die charakteristisch kleine Blütenlippe (Labellum) im Vergleich zu den anderen Blütenblättern.
Vermehrung: Samen (In-vitro); in Kultur durch das vorsichtige Teilen etablierter, mehrtriebiger Pflanzen (jeweils mit mindestens 3 intakten Pseudobulben).
Erstbeschreibung:Ursprünglich 1840 von James Bateman und John Lindley als Oncidium microchilum beschrieben; im Jahr 2001 von Mark W. Chase und Norris H. Williams in die Gattung Trichocentrum überführt.
Herkunft / Verbreitung: Mexiko bis Guatemala und El Salvador.
Standort / Habitat: Epiphytisch oder lithophytisch wachsend in trockenen bis saisonal feuchten Eichenwäldern, offenen Buschlandschaften und an Felswänden in Höhenlagen von ca. 600 bis 2.100 Metern. Die Art ist an ausgeprägte, monatelange Trockenzeiten angepasst.
Beschreibung & Anmerkungen: Trichocentrum microchilum gehört zur Gruppe der sogenannten „Eselsohr-Oncidien“ (Mule-ear orchids). Sie bildet stark reduzierte, kaum sichtbare Pseudobulben aus, die jeweils ein einzelnes, extrem dickes, ledrig-fleischiges, starres Blatt tragen. Die Blätter sind länglich-lanzettlich und oft rötlich-braun punktiert oder überhaucht. Der aufrechte bis locker verzweigte Blütenstand kann beachtliche Dimensionen annehmen und trägt zahlreiche, ca. 2 bis 3 cm große, wachsartige Blüten. Die Sepalen und Petalen sind meist bräunlich bis olivgrün gemustert, während die namensgebende, auffallend kleine Lippe reinweiß mit einer gelb-rot gezeichneten Basis ist.
In der Kultur benötigt diese sukkulente Art sehr viel Licht und verträgt nach Gewöhnung problemlos volle Sonne, was für die Blüteninduktion essenziell ist. Sie wird idealerweise warm bis intermediär gepflegt. Aufgrund des feinfühligen Wurzelwerks empfiehlt sich eine aufgebundene Kultur auf Kork oder die Pflege in sehr grobem, extrem schnell abtrocknem Rindensubstrat. Während des sommerlichen Wachstums wird durchdringend gegossen, das Substrat muss danach jedoch rasch abtrocknen. Im Winter ist eine strikte, kühle bis temperierte Trockenruhe mit sehr reduzierten Wassergaben (nur leichtes Nebeln gegen übermäßiges Schrumpfen der Blätter) zwingend einzuhalten.