Name: Oncidium rodrigoi Königer
Synonyme:
Etymologie: rodrigoi = benannt zu Ehren von Rodrigo Escobar, einem bekannten kolumbianischen Orchideenliebhaber und -sammler des 20. Jahrhunderts.
Vermehrung: Aus Samen;
Erstbeschreibung: 1999 von Willibald Königer in der Fachzeitschrift Arcula (8: 235).
Herkunft / Verbreitung: Kolumbien (Antioquia) und Ecuador.
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in kühlen, feuchten montanen Nebelwäldern in Höhenlagen von 2.300 bis 2.700 Metern. Die Art besiedelt vor allem moosige Äste in schattigen bis halbschattigen Bereichen mit konstanter, hoher Luftfeuchtigkeit und stetiger Luftbewegung.
Beschreibung & Anmerkungen: Oncidium rodrigoi ist eine Miniatur-Orchidee aus der Sektion Heterantha. Sie besitzt ein kurzes Rhizom und schmale, elliptische, seitlich deutlich zusammengedrückte (ancipite) Pseudobulben. Jede Pseudobulbe trägt ein einzelnes, endständiges, lanzettliches Blatt, das sich zur Basis hin stielartig verjüngt. Der Blütenstand entspringt an der Basis der Pseudobulbe und bringt die für diese Gruppe typischen, zierlichen und filigranen Blüten hervor. In der Kultur benötigt diese Hochland-Art konstant kühl-temperierte Bedingungen mit einer spürbaren Nachtabsenkung. Eine hohe Luftfeuchtigkeit von mindestens 75–80% sowie eine kontinuierliche, sanfte Luftzirkulation sind essenziell, um stehende Nässe an den Trieben zu vermeiden. Das Substrat (z. B. feine Rinde oder reines Moos in kleinen Töpfen) sollte gleichmäßig feucht gehalten werden und darf nie komplett austrocknen. Die Verwendung von salzarmem Gießwasser (Regen- oder Osmosewasser) schont das feine Wurzelsystem.