Name: Lepanthes pretiosa Luer & Hirtz
Etymologie: pretiosa = kostbar, wertvoll (lateinisch) — bezieht sich auf das exquisite, juwelenartige Erscheinungsbild der filigranen Blätter und Blüten.
Vermehrung: Aus Samen;
Erstbeschreibung: 2009 durch den US-amerikanischen Botaniker Carlyle Luer und den ecuadorianischen Botaniker Alexander Hirtz in Icones Pleurothallidinarum (Vol. XXX).
Herkunft / Verbreitung: Ecuador
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in den kühlen, dauerfeuchten Nebelwäldern der Anden in Höhenlagen um ca. 400 Meter (andere Berichte weisen sie als Hochland-Epiphyt aus). Sie gedeiht an schattigen, permanent luftfeuchten Ästen im feuchtwarmen bis kühl-intermediären Mikroklima.
Beschreibung & Anmerkungen: Lepanthes pretiosa ist eine spektakuläre Miniatur-Orchidee, die in Kultur sowohl für ihre außergewöhnlichen Blüten als auch für ihr hochdekoratives Laub geschätzt wird. Die dünnen, aufrechten Triebe tragen jeweils ein einzelnes, breit-elliptisches bis kreisrundes Blatt. Die Blattoberfläche ist markant blasig strukturiert (bullat), weist gewellte Ränder auf und zeigt eine wunderschöne, silbrig-irisierende Färbung mit dunkler, netzartiger Aderung. Die winzigen Blüten erscheinen nacheinander auf der Blattoberfläche (epiphyll); sie besitzen durchscheinende, sternförmig angeordnete Sepalen, die eine dunkle, kontrastreiche Lippe im Zentrum einrahmen.
In der Kultur benötigt diese Rarität halbschattige Bedingungen ohne direkte Sonne, um die empfindliche, schimmernde Blattoberfläche nicht zu verbrennen. Da sie aus permanent feuchten Nebelwäldern stammt, darf das Substrat (feines Sphagnum-Moos oder aufgebunden auf Kork mit Moosunterlage) niemals vollständig austrocknen. Sie verlangt eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von über 80 % und gedeiht ideal in schattierten Vitrinen oder Terrarien bei guter, sanfter Luftzirkulation.