Name: Vanda falcata (Thunb.) Beer
Synonyme: Limodorum falcatum Thunb.; Aerides falcata (Thunb.) Hoppe; Neofinetia falcata (Thunb.) Hu; Holcoglossum falcatum (Thunb.) Garay & H.R.Sweet
Etymologie: falcata = sichelförmig — bezieht sich auf die charakteristische, leicht gebogene Form der fleischigen Blätter.
Vermehrung: Samen; in Kultur durch das Abtrennen von basalen Tochterpflanzen (Kindeln) bei ausreichender Eigenbewurzelung.
Erstbeschreibung: 1784 von Carl Peter Thunberg als Limodorum falcatum beschrieben; 1854 von Johann Georg Beer in die Gattung Vanda überführt.
Herkunft / Verbreitung: China, Japan (Zentral- und Südjapan), Korea und Taiwan.
Standort / Habitat:
Epiphytisch auf Laub- und Nadelbäumen oder lithophytisch auf felsigen Untergründen in hellen, luftigen Wäldern und Tälern. Sie wächst in gemäßigten bis subtropischen Regionen von Meereshöhe bis auf ca. 1.500 Meter und ist an deutliche jahreszeitliche Temperatur- und Niederschlagsschwankungen angepasst.
Beschreibung & Anmerkungen:
Vanda falcata (im Handel und in der Tradition oft noch als Neofinetia falcata oder „Fûran“ bekannt) ist eine legendäre, kompakt wachsende Miniatur-Orchidee mit einem monopodialen Wuchs. Die zweizeilig angeordneten, ledrigen Blätter sind V-förmig gefaltet und elegant gebogen. Der aufrechte Blütenstand trägt mehrere rein weiße, filigrane Blüten, die sich durch eine markante, dreilappige Lippe und einen auffallend langen, grazil geschwungenen Nektarsporn auszeichnen. Besonders in den Abend- und Nachtstunden verströmen die Blüten einen intensiven, süß-würzigen Duft (erinnert an Vanille und Kokos), um Nachtfalter anzulocken.
In der Kultur unterscheidet sich diese Art von vielen rein tropischen Vanda-Vertretern durch ihre Kältetoleranz. Sie benötigt im Sommer warme bis intermediäre Bedingungen bei reichlichen Wassergaben und guter Düngung, während im Winter eine strikte, kühlere ($10-15\text{ }^\circ\text{C}$) und deutlich trockenere Ruhephase eingehalten werden muss, um die Blütenbildung im Frühjahr anzuregen. Traditionell wird sie in Japan auf Moosbällen gepflegt, gedeiht aber ebenso hervorragend aufgebunden oder in extrem luftdurchlässigen Körbchen. Eine konstant gute Luftzirkulation und helles Licht (keine pralle Mittagssonne) sind essenziell.