Name: Masdevallia vargasii C.Schweinf.
Synonyme: Alaticaulia vargasii (C.Schweinf.) Luer; Masdevallia megaloglossa Luer & R.Escobar; Masdevallia richteri Pabst; Masdevallia helgae Königer & J.Portilla Etymologie:vargasii = zu Ehren des peruanischen Botanikers und Universitätsprofessors César Vargas Calderón (1903–2002).
Vermehrung: Aus Samen;
Erstbeschreibung:1950 von Charles Schweinfurth im „American Orchid Society Bulletin“.
Herkunft / Verbreitung: Südliches Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Guyana.
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in feuchten, tropischen Tiefland- bis Bergnebelwäldern. Sie besiedelt vor allem schattige, luftfeuchte Zonen an Baumstämmen in Höhenlagen von ca. 400 bis 1300 m.
Beschreibung & Anmerkungen: Masdevallia vargasii gehört zur Sektion Alaticaules und ist eine kompakt wachsende, robuste Miniatur- bis kleine Orchideenart ohne Pseudobulben. Sie bildet aufrechte, ledrige, schmal-elliptische Blätter aus. Die Blütenstände sind aufrecht, im Querschnitt meist dreieckig und bringen nacheinander (sukzessive) mehrere wachsartige Blüten hervor. Die Kelchblätter sind röhrenförmig verwachsen und enden in eleganten, gelblichen, fadenförmigen Spitzen (Schwänzen). Das Farbspektrum der Blüten reicht von hellgelb über cremefarben bis hin zu auffällig purpurn gestreiften oder rötlich überhauchten Varianten.
In der Kultur gilt die Art im Vergleich zu reinen Hochland-Masdevallien als relativ anpassungsfähig und wird als intermediär bis warm temperiert eingestuft. Sie verträgt moderate Sommertemperaturen deutlich besser als kälteliebende Verwandte. Dennoch benötigt sie ganzjährig einen schattigen Standort (keine direkte Sonne), eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit (75–90 %) und eine exzellente Luftzirkulation. Da keine Speicherorgane vorhanden sind, darf das Substrat (feine Rinde oder Sphagnum-Moos) nie komplett austrocknen, muss jedoch sehr durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden. Die Bewässerung sollte ausschließlich mit kalkfreiem, salzarmem Wasser erfolgen.