Name: Masdevallia empusa Luer
Synonyme:
Etymologie: empusa stammt aus der griechischen Mythologie (Empusa = ein schreckengestaltiges Gespenst oder Ungeheuer im Gefolge der Hekate). Der Name bezieht sich auf das bizarre, fast unheimliche und extravagante Aussehen der Blüte.
Vermehrung: Aus Samen;
Erstbeschreibung: 1978 von Carlyle August Luer in „Phytologia“.
Herkunft / Verbreitung:
Ecuador und Peru (Anden-Osthänge).
Standort / Habitat:
Epiphytisch wachsend in kühlen, extrem feuchten Bergnebelwäldern in Höhenlagen von ca. 1100 bis 1800 m. Sie bevorzugt schattige Plätze im Unterholz mit ganzjährig sehr hoher Luftfeuchtigkeit.
Beschreibung & Anmerkungen:
Masdevallia empusa gehört zur Sektion Alaticaules und ist eine kompakt wachsende, horstbildende Miniatur-Orchidee ohne Pseudobulben. Sie besitzt aufrechte, ledrige, länglich-elliptische Blätter. Der Blütenstand ist aufrecht, im Querschnitt dreieckig und bringt nacheinander (sukzessive) sehr markante Blüten hervor. Die Blüten weisen eine kurze Kelchröhre auf, die sich in weit abspreizende, schmale Sepalen öffnet. Diese sind gelblich bis grünlich-weiß gefärbt, oft intensiv purpurn oder braun-rot gepunktet bzw. überhaucht, und laufen in lange, fadenförmige, starre gelbe Schwänze aus, was ihr das namensgebende, bizarre Aussehen verleiht.
In der Kultur benötigt diese Art intermediäre bis kühle Bedingungen. Aufgrund ihres Verbreitungsgebietes bis in mittlere Höhenlagen toleriert sie moderate Warmphasen im Sommer etwas besser als reine Hochland-Masdevallien, reagiert aber dennoch empfindlich auf extreme Stauhitze. Ein schattiger Standort, eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit (über 75 %) und eine stetige, sanfte Luftzirkulation sind Pflicht. Das Substrat (feine Rinde oder Sphagnum-Moos) darf nie vollständig austrocknen, muss aber perfekt dränieren, um Wurzelfäulnis zu verhindern. Zur Bewässerung sollte salzarmes, kalkfreies Wasser verwendet werden.