Name: Lepanthes filamentosa Luer & Hirtz
Etymologie: filamentosa = fadenförmig — bezieht sich auf die extrem schlanken, fadenartigen Anhängsel der Kelchblätter (Sepalen).
Vermehrung: Aus Samen;
Erstbeschreibung: 1993 durch den US-amerikanischen Botaniker Carlyle A. Luer und Alexander C. Hirtz in Die Orchidee (44: 102).
Herkunft / Verbreitung: Ecuador.
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in feuchten montanen Nebel- und Wolkenwäldern der Anden in Höhenlagen von ca. 800 bis 1.500 Metern. Sie besiedelt schattige, permanent luftfeuchte und bemooste Bereiche an Ästen und Stämmen im warmen bis intermediären Mikroklima des Unterholzes.
Beschreibung & Anmerkungen: Lepanthes filamentosa ist eine filigrane Miniatur-Orchidee mit aufrechten, dünnen Trieben, die von den gattungstypischen, trichterförmigen lepanthiformen Scheiden umhüllt sind. Das einzelne, ledrige Blatt ist eiförmig bis elliptisch. Der feine, sukzessive blühende Blütenstand entwickelt sich meist flach auf der Rückseite des Blattes. Die winzigen Blüten fallen durch ihre grazilen, weit ausgezogenen und fast fadenförmig spitz zulaufenden Kelchblätter auf, die der Blüte ein sehr feines, spinnenartiges Aussehen verleihen.
Aufgrund ihres natürlichen Vorkommens in tieferen, wärmeren Lagen benötigt diese Art im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern der Gattung eine warme bis intermediäre Kultur und verträgt keine kühlen Bedingungen. Ihre extrem kompakte Größe und der Bedarf an konstant hoher Luftfeuchtigkeit von über 80 % machen sie zu einer perfekten Pflanze für die Pflege in Terrarien und feuchten Vitrinen. Sie wird idealerweise aufgebunden auf Kork mit einer dünnen, permanent leicht feuchten Basis aus Sphagnum-Moos gepflegt. Eine kontinuierliche, sanfte Luftzirkulation ist zwingend erforderlich, um stehende Nässe auf den Blättern zu vermeiden.