Name: Kefersteinia sanguinolenta Rchb.f.
Synonyme: Chondrorhyncha sanguinolenta (Rchb.f.) Rchb.f.
Etymologie: Kefersteinia ehrt den deutschen Orchideen-Enthusiasten und Hofrat Dr. Adolf Keferstein. sanguinolentaleitet sich vom Lateinischen ab und bedeutet „blutbefleckt“ oder „blutunterlaufen“ — dies bezieht sich auf die markanten roten Flecken auf den Blütenblättern.
Vermehrung: Aus Samen;
Erstbeschreibung: 1852 von Heinrich Gustav Reichenbach in „Botanische Zeitung“.
Herkunft / Verbreitung:
Venezuela, Kolumbien, Ecuador und Peru.
Standort / Habitat:
Epiphytisch wachsend in sehr feuchten Bergregen- und Nebelwäldern der Anden in Höhenlagen von ca. 600 bis 1800 m. Sie siedelt bevorzugt an schattigen, stark moosbewachsenen Baumstämmen im schattigen Unterholz.
Beschreibung & Anmerkungen:
Kefersteinia sanguinolenta ist eine kleine, kompakt wachsende Orchidee, die keine Pseudobulben ausbildet. Die dünnen, hellgrünen Blätter sind fächerförmig angeordnet. Aus den Blattachseln entspringen kurze, meist kriechende oder leicht aufrechte Blütenstände, die jeweils eine einzelne, ca. 2,5 bis 3 cm große Blüte tragen. Die wachsartigen Blüten haben eine cremeweiße bis blassgrüne Grundfarbe und sind auf den Sepalen, Petalen und insbesondere auf der breit ausgebuchteten Lippe intensiv mit purpur- oder blutroten Punkten und Streifen gemustert.
In der Kultur benötigt diese sensible Spezies intermediäre bis kühle Bedingungen und verträgt absolut keine heiße Sommerluft. Da sie über keine Speicherorgane verfügt, ist sie extrem empfindlich gegenüber Austrocknung; das Substrat (feines Sphagnum-Moos oder feine Rindenmischung) muss ganzjährig gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne jedoch zu versumpfen. Ein schattiger Standort (keine direkte Sonne), eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von über 75–80 % und eine ununterbrochene, sanfte Luftzirkulation sind für den Kulturerfolg zwingend notwendig. Die Bewässerung darf nur mit reinem, kalkfreiem Wasser erfolgen.