Name: Epidendrum porpax Rchb.f.
Synonyme: Neolehmannia porpax (Rchb.f.) Garay & Dunst.; Epidendrum porphyrophyllum Schltr.
Etymologie: porpax = griechisch für „Schildgriff“ oder „Schnalle“ — bezieht sich auf die charakteristische Form der Lippe, die an eine antike Schnalle oder Brosche erinnert.
Vermehrung: Samen; in Kultur sehr leicht durch Teilung kriechender Matten (Abtrennen von Teilstücken mit mehreren Pseudobulben und aktiven Wurzeln).
Erstbeschreibung: 1855 durch den deutschen Orchideenspezialisten Heinrich Gustav Reichenbach (Rchb.f.) in Bonplandia.
Herkunft / Verbreitung: Mittelamerika bis zum tropischen Südamerika (u.a. Mexiko, Guatemala, Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela).
Standort / Habitat: Epiphytisch, seltener lithophytisch wachsend in feuchten Kiefern-Eichenwäldern und montanen Regenwäldern in Höhenlagen von ca. 400 bis 2.000 Metern. Sie bevorzugt halbschattige bis hellere Bereiche mit kontinuierlicher Luftfeuchtigkeit und guter Luftbewegung.
Beschreibung & Anmerkungen: Epidendrum porpax ist eine kriechende Zwergorchidee, die schnell dichte, mattenförmige Polster bildet. Die kurzen, fleischigen Triebe sind dicht zweizeilig beblättert; die Blätter sind sukkulent, elliptisch und oft attraktiv rötlich-violett überhaucht. Die Blüten erscheinen endständig, sind im Verhältnis zur Pflanze groß, wachsartig glänzend und langlebig. Markant sind die flachen, grünlich-braunen Sepalen und die große, herzförmige, glänzende Lippe in einem tiefen Kastanienbraun bis Weinrot.
In der Kultur ist diese Art extrem anpassungsfähig und wächst gut unter intermediären bis warmen Bedingungen. Aufgrund des kriechenden Wuchses eignet sie sich perfekt für die aufgebundene Kultur auf Kork oder Rinde, wo sie rasch die Unterlage überzieht. Sie verlangt das ganze Jahr über reichliche Wassergaben und hohe Luftfeuchtigkeit, das Substrat bzw. die Unterlage muss jedoch schnell abtrocknen können, um Wurzelfäulnis zu vermeiden.