Name: Bulbophyllum smitinandii Seidenf. & Thorut
Synonyme:
Etymologie: smitinandii ehrt den bedeutenden thailändischen Botaniker Tem Smitinand (1920–1995), der maßgeblich zur Erforschung der Flora Thailands beigetragen hat.
Erstbeschreibung: 1996 von Gunnar Seidenfaden und Tem Smitinand (posthum bzw. gemeinschaftlich mit Thorut) in „Nordic Journal of Botany“.
Herkunft / Verbreitung:
Indochina (Thailand und Vietnam).
Standort / Habitat:
Epiphytisch wachsend in feuchten tropischen Tiefland- bis Mittelgebirgswäldern. Die Art siedelt sich an Baumstämmen und größeren Ästen in heißen bis warmen Klimazonen an, meist in halbschattigen Bereichen mit ganzjährig hoher Luftfeuchtigkeit.
Beschreibung & Anmerkungen:
Bulbophyllum smitinandii gehört zur Sektion Sestochilus und ist eng mit dem Bulbophyllum lobbii-Komplex verwandt. Es handelt sich um eine kleine bis mittelgroße Orchidee mit einem kriechenden Rhizom, auf dem in regelmäßigen Abständen eiförmige, leicht gerippte Pseudobulben sitzen. Jede Pseudobulbe trägt ein einzelnes, aufrechtes, ledriges und länglich-lanzenförmiges Blatt. Die Blütenstände entspringen der Basis der Pseudobulben und tragen jeweils eine einzelne, spektakuläre Blüte, die eine Größe von bis zu 5 cm erreichen kann. Die wachsartigen Blüten sind gelblich-cremefarben bis ockerfarben, oft elegant gestreift oder fein gepunktet, und besitzen eine bewegliche, gattungstypische Lippe.
In der Kultur benötigt die Art warme bis intermediäre Bedingungen und verträgt keine ausgeprägte Kälte. Sie wächst aufgrund ihres kriechenden Wuchses hervorragend aufgebunden auf Kork- oder Farnwurzelplatten, kann aber auch in flachen Schalen oder Körbchen kultiviert werden. Da sie aus dem feucht-tropischen Biom stammt, benötigt sie ganzjährig eine hohe Luftfeuchtigkeit (60–80 %) und regelmäßige Wassergaben. Das Substrat sollte sehr luftig sein (z. B. mittlere Pinienrinde mit etwas Sphagnum-Moos) und darf zwischen den Wassergaben leicht abtrocknen, sollte aber nie für längere Zeit völlig austrocknen. Eine gute und kontinuierliche Luftbewegung ist wichtig, um Pilzerkrankungen an den Blättern vorzubeugen.
In-vitro-Kultur: Sie erhalten eine Flasche mit 4 Jungpflanzen. Die Pflanzen sind in der Regel bereits groß genug zum Ausflaschen. Nach dem Öffnen das Nährmedium vorsichtig mit lauwarmem Wasser vollständig von den Wurzeln entfernen und die Jungpflanzen in ein sehr feines, luftiges Substrat setzen. In den ersten Wochen empfehlen wir hohe Luftfeuchtigkeit, warme Bedingungen und helles, geschütztes Licht; anschließend langsam an die normale Kultur von Bulbophyllum gewöhnen.