Name: Platystele caudatisepala C.A.Luer
Etymologie: caudatisepala = mit geschwänzten Kelchblättern — abgeleitet vom lateinischen caudatus (geschwänzt) und sepalum (Kelchblatt), was sich auf die lang ausgezogenen Spitzen der Sepalen bezieht.
Erstbeschreibung: 1976 durch Carlyle August Luer.
Herkunft / Verbreitung: Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien und Ecuador.
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in feuchten bis sehr feuchten Primär- und Sekundärwäldern sowie Bergnebelwäldern in Höhenlagen von 300 bis 2000 Metern. Benötigt nach dem Ausflaschen schattige bis halbschattige Bedingungen ohne direkte Sonneneinstrahlung, eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von 70–85 % sowie kühl-temperierte bis temperierte Temperaturen.
Beschreibung & Anmerkungen: Platystele caudatisepala ist eine bezaubernde Miniatur-Orchidee, die dichte Horste bildet. Die schmalen, verkehrt-lanzetlichen Blätter sind getrennt von kurz stängelig wachsenden Trieben. Aus den Blattachseln entstehen schlanke, aufrechte Blütenstände, die nacheinander über einen längeren Zeitraum zahlreiche filigrane Blüten hervorbringen. Die winzigen Blüten variieren farblich von blassgelb über grünlich-weiß bis hin zu zart rosa getönten Nuancen. Das auffälligste Merkmal sind die weit abgespreizten Sepalen, die in sehr lange, fadenförmige Spitzen auslaufen und der Blüte ein sternartiges, elegantes Erscheinungsbild verleihen. Sie eignet sich hervorragend für die Kultur in feuchten Terrarien oder Vivarien.
Kulturhinweis für den Verkauf (Orchipack): Die Jungpflanzen befinden sich in einem sterilen, geschlossenen Glas auf einem agarbasierten Nährboden. Das System ist vollkommen autark, solange das Gefäß versiegelt bleibt. Nach dem Erreichen einer adäquaten Größe werden die Pflanzen vorsichtig entnommen, die Agarreste gründlich mit lauwarmem Wasser abgespült und die Sämlinge in feinstes Substrat (wie feine Pinienrinde oder lebendes Sphagnum-Moos) unter hoher Luftfeuchtigkeit pikiert.
In-vitro-Kultur: Sie erhalten eine Flasche mit 4 Jungpflanzen. Die Pflanzen sind in der Regel bereits groß genug zum Ausflaschen. Nach dem Öffnen das Nährmedium vorsichtig mit lauwarmem Wasser vollständig von den sehr feinen Wurzeln entfernen und die Jungpflanzen auf feuchtes Sphagnum oder in ein sehr feines, luftiges und leicht feuchtigkeitsspeicherndes Substrat setzen. In den ersten Wochen empfehlen wir sehr hohe Luftfeuchtigkeit, kühl-intermediäre bis intermediäre Temperaturen, schattiges bis hell gefiltertes Licht und sanfte, kontinuierliche Luftbewegung. Die Jungpflanzen gleichmäßig leicht feucht halten und niemals vollständig austrocknen lassen.