Name: Lepanthes calodictyon × Lepanthes volador (registriert als Lepanthes Nettare)
Etymologie: Nettare ist das italienische Wort für Nektar, was auf die besondere Attraktivität der Hybride anspielt. Die Namen der Elternarten geben weitere Hinweise auf die zu erwartenden Merkmale:
calodictyon = schönes Netz (setzt sich aus den griechischen Wörtern
kalos und
diktyon zusammen und verweist auf die Blattäderung);
volador = der Flieger (spanisch, bezieht sich auf die fast schwebende, aerodynamische Blütenform).
Herkunft / Verbreitung: Kultivar (Primärhybride). Die Elternarten stammen aus den neotropischen Nebelwäldern Südamerikas, vorwiegend aus Kolumbien und Ecuador.
Standort / Habitat: Epiphytisch. Benötigt nach dem Ausflaschen temperierte bis warm-temperierte Bedingungen, schattige bis halbschattige Lichtverhältnisse (direkte Sonne ist zwingend zu vermeiden), eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von 75–85 % sowie eine kontinuierliche, sanfte Luftzirkulation.
Kulturhinweis für den Verkauf (Orchipack): Die Jungpflanzen befinden sich in einem sterilen, geschlossenen Glas auf einem agarbasierten Nährboden. Das System ist vollkommen autark, solange das Gefäß versiegelt bleibt. Nach dem Erreichen einer adäquaten Größe werden die Pflanzen vorsichtig entnommen, die Agarreste gründlich mit lauwarmem Wasser abgespült und die Sämlinge in feinste Pinienrinde oder lebendes Sphagnum-Moos pikiert.
In-vitro-Kultur: Sie erhalten eine Flasche mit 4 Jungpflanzen. Die Pflanzen sind in der Regel bereits groß genug zum Ausflaschen. Nach dem Öffnen das Nährmedium sehr vorsichtig mit lauwarmem Wasser vollständig von den äußerst feinen Wurzeln entfernen. Die Jungpflanzen einzeln in feines, lockeres Sphagnum oder ein sehr feines, luftiges und feuchtigkeitshaltendes Substrat setzen. In den ersten Wochen sehr hohe Luftfeuchtigkeit, sanfte Luftbewegung und helles, geschütztes Licht bieten. Niemals vollständig austrocknen lassen und die Pflanzen langsam an die artspezifischen normalen Kulturbedingungen gewöhnen.