Name: Laelia purpurata f. carnea (Rchb.f.) M.Wolff & O.Gruss
Synonyme: Laelia purpurata var. carnea Rchb.f.
Etymologie: purpurata = purpurfarben; carnea = fleischfarben — bezieht sich auf die charakteristische, zart fleischrosa bis lachsfarbene Tönung der Lippe bei dieser Farbform.
Vermehrung: Samen (In-vitro);
Erstbeschreibung: Die Art wurde 1852 von Lindley und Paxton beschrieben. Die Farbform carnea geht auf eine Varietäten-Beschreibung von Heinrich Gustav Reichenbach (Rchb.f.) zurück und wurde später von Manfred Wolff und Olaf Gruss formell als Form (f.) eingeordnet.
Herkunft / Verbreitung: Süd- und Südost-Brasilien (insbesondere in den Bundesstaaten Santa Catarina, Rio Grande do Sul und São Paulo).
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in den küstennahen Regenwäldern (Mata Atlântica), oft in den Baumkronen vollsonniger oder halbschattiger Bereiche, wo sie stetigen Winden vom Atlantik ausgesetzt ist. Sie verträgt durch diese küstennahe Lage wärmere bis intermediäre Bedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit.
Beschreibung & Anmerkungen: Laelia purpurata f. carnea ist eine großwüchsige, kräftige Orchidee mit aufrechten, spindelförmigen Pseudobulben, die jeweils ein einzelnes, langes, lederartiges Blatt tragen. Der Blütenstand entspringt einer großen Blattscheide (Spatha) und trägt 3 bis 5 sehr große, spektakuläre Blüten. Im Gegensatz zur typischen Art, die eine tiefviolette Lippe besitzt, zeigt die Form carnea rein weiße Sepalen und Petalen, die mit einer wunderschönen, zart fleischrosa bis lachsfarbenen Lippe kontrastieren. Im Schlund der Lippe zeigt sich oft eine feine, gelbliche Streifung.
In der Kultur benötigt diese Form recht viel Licht (hell bis sehr hell, jedoch Schutz vor sengender Mittagssonne) und eine sehr gute Luftzirkulation. Sie wächst hervorragend in grober Rinde oder in gut drainierten Körben. Während des aktiven Wachstums im Sommer muss reichlich gegossen und gedüngt werden, wobei das Substrat zwischen den Gaben schnell abtrocknen sollte. Eine kühlere, trockenere Ruhephase im Winter ist für die Induktion der Blüte im Frühsommer essenziell.