Name: Anthurium nutibarense Croat & Oberle
Synonyme:
Etymologie: nutibarense = bezieht sich auf den Fundort nahe Nutibara (Gemeinde Frontino) in der Provinz Antioquia, Kolumbien.
Vermehrung: Samen; im gärtnerischen Bereich primär über Stammstecklinge reifer Pflanzen oder Gewebekultur.
Erstbeschreibung: Ursprünglich 2005 durch Thomas B. Croat und Ernst Oberle in der Fachzeitschrift Aroideana (28: 61) publiziert; die Beschreibung wurde später aufgrund formaler Kriterien bezüglich des Holotyps präzisiert.
Herkunft / Verbreitung: Kolumbien
Standort / Habitat: Terrestrisch wachsend in kühlen, extrem feuchten prämontanen Nebel- und Regenwäldern in Höhenlagen von ca. 950 bis 1.500 Metern. Sie gedeiht vor allem im tiefen Schatten des Unterholzes bei ganzjährig sehr hoher Luftfeuchtigkeit.
Beschreibung & Anmerkungen: Anthurium nutibarense ist eine kompakte, bodenbewohnende Art (bis ca. 40 cm hoch) mit kurzen Internodien. Die Blätter sind pfeil- bis herzförmig (sagittat-ovat), 27 bis 36 cm lang und weisen eine spektakuläre, extrem stark blasig-runzlige (bullate) Oberflächenstruktur auf, die sich mit zunehmendem Alter der Pflanze intensiviert. Die Blattstiele (Petiolen) sind charakteristisch geflügelt-gerippt. Der Blütenstand trägt eine elfenbeinfarbene, leicht rosa angehauchte Spatha und einen schlanken, dunkelgrünen bis braunen Spadix.
In der Kultur benötigt diese seltene Sammlerart kühl-temperierte Bedingungen ohne extreme Sommerhitze. Eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von über 75–80 % sowie ein schattiger Standort sind essenziell, um Blattschäden zu vermeiden. Das Substrat muss hochgradig luftdurchlässig, humusreich und feuchtigkeitsretentiv sein (z. B. eine Mischung aus Perlite, feiner Rinde und Sphagnum-Moos) und darf nie vollständig austrocknen.