Name: Aerangis seegeri Senghas
Etymologie: seegeri = benannt zu Ehren von H. Seeger, einem deutschen Orchideen-Enthusiasten und Forscher, der eng mit der Erforschung madagassischer Orchideen verbunden war.
Vermehrung: Aus Samen; in Kultur durch das seltene Abtrennen von basalen Tochterpflanzen (Kindeln).
Erstbeschreibung:1983 von Karlheinz Senghas in Die Orchidee (34: 23).
Herkunft / Verbreitung: Madagaskar.
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in den feuchten, primären Regenwäldern im Osten Madagaskars. Sie siedelt sich dort im schattigen Unterholz auf Moos-überzogenen Ästen und Baumstämmen unter warmen bis intermediären Klimabedingungen und ganzjährig hoher Luftfeuchtigkeit an.
Beschreibung & Anmerkungen: Aerangis seegeri ist eine seltene, kleine Miniatur-Orchidee mit einem kurzen Stamm und zweizeilig angeordneten, ledrigen, dunkelgrünen Blättern, die an den Spitzen oft asymmetrisch zweilappig sind. Der meist herabhängende Blütenstand trägt mehrere sternförmige, rein weiße bis cremeweiße Blüten. Typisch für die Gattung ist der lange, schlanke und grazile Sporn an der Rückseite jeder Blüte, der reichlich Nektar für spezifische Nachtfalter-Bestäuber bereithält. In der Nacht verströmen die Blüten einen intensiven, süßlichen Duft.
In der Kultur benötigt diese Rarität schattige bis halbschattige Bedingungen ohne direkte Sonne sowie warme bis intermediäre Temperaturen. Da sie am natürlichen Standort auf feuchten Unterlagen wächst, empfiehlt sich eine Kultur aufgebunden auf Kork mit einer feuchten Basis aus Sphagnum-Moos oder in kleinen, extrem luftigen Körbchen. Eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von über 75 % sowie eine sanfte, kontinuierliche Luftzirkulation sind essenziell, um ein Austrocknen der feinen Wurzeln zu verhindern und gleichzeitig Staunässe vorzubeugen.