Name: Bulbophyllum barbigerum Lindl.
Synonyme: Phyllorkis barbigera (Lindl.) Kuntze
Etymologie: barbigerum = barttragend — bezieht sich auf die markante, dicht behaarte Lippe der Blüte.
Vermehrung: Aus Samen;
Erstbeschreibung: 1837 von John Lindley in Edwards's Botanical Register.
Herkunft / Verbreitung: West- bis Zentralafrika (u. a. Elfenbeinküste, Sierra Leone, Nigeria, Kamerun, Gabun, Kongo).
Standort / Habitat: Epiphytisch in primären Regenwäldern sowie in laubabwerfenden Wäldern, oft auf bemoosten Baumstämmen oder in den Baumkronen. Sie kommt in Höhenlagen von ca. 500 bis 2.300 m vor.
Beschreibung & Anmerkungen: Bulbophyllum barbigerum ist eine faszinierende Miniatur-Orchidee mit kriechendem Wuchs und charakteristischen, flach-runden (lentikulären) Pseudobulben. Jede Pseudobulbe trägt ein einzelnes, ledriges Blatt. Die Pflanze ist berühmt für ihre "tanzenden" Blüten: Die Lippe ist mit langen, feinen, rötlich-braunen Haaren besetzt und so beweglich am Säulenfuß aufgehängt, dass sie bereits beim kleinsten Lufthauch wackelt und wippt. Dieser Mechanismus dient der Anlockung von Fliegen zur Bestäubung. Die Blüten verströmen einen leicht herben, muskartigen Geruch.
In Kultur benötigt die Art warme bis temperierte Bedingungen, eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit (75–85 %) und ganzjährig gute Wasserversorgung. Aufgrund des kriechenden Wuchses und der feinen Wurzeln empfiehlt sich die Montage auf Rinde oder die Kultur in flachen Schalen mit einem Sphagnum-Gemisch. Eine leichte Reduktion der Wassergaben im Winter ist förderlich, das Substrat sollte jedoch nie völlig austrocknen.