Name: Masdevallia decumana Königer
Synonyme:
Etymologie: decumana leitet sich vom Lateinischen für „groß“ oder „ansehnlich“ ab — dies bezieht sich auf die im Verhältnis zur kleinen Pflanzengröße außergewöhnlich großen, imposanten Blüten.
Vermehrung: Samen; im Gartenbau durch vorsichtige Teilung etablierter, dichter Pflanzenhorste.
Erstbeschreibung: 1982 von Willibald Königer in „Die Orchidee“.
Herkunft / Verbreitung:
Peru (Departement Amazonas) und das südliche Ecuador (Provinz Zamora-Chinchipe).
Standort / Habitat:
Epiphytisch wachsend in kühlen, extrem feuchten Bergnebelwäldern der Anden-Osthänge in Höhenlagen von ca. 1600 bis 2100 m. Sie siedelt meist im tiefen Schatten an moosreichen Baumstämmen und Ästen im Unterholz.
Beschreibung & Anmerkungen:
Masdevallia decumana ist eine der spektakulärsten Miniatur-Orchideen der Gattung. Die Pflanze selbst bleibt mit ihren aufrechten, fleischigen, breit-elliptischen Blättern sehr kompakt. Die einzeln stehenden Blüten sind jedoch riesig und können die eigentliche Pflanze mühelos überragen. Sie sind flach geöffnet, hellgelb bis cremefarben und fast vollständig mit auffälligen, großen, tief purpurnen bis schokoladenbraunen Flecken gemustert. Die Sepalen laufen in lange, leuchtend gelbe, fadenförmige Schwänze aus.
In der Kultur benötigt diese Hochlandspezies zwingend kühle bis intermediäre Bedingungen und reagiert sehr empfindlich auf anhaltende Sommerhitze. Ein schattiger Standort (keine direkte Sonne) sowie eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit (über 75–80 %) mit ununterbrochener, sanfter Luftzirkulation sind für den Erfolg entscheidend. Da sie keine Pseudobulben besitzt, darf das Substrat (feines Sphagnum-Moos oder eine feine Rindenmischung) nie ganz austrocknen, muss aber perfekt dränieren. Die Verwendung von kalkfreiem, salzarmem Wasser ist für die feinen Wurzeln Pflicht.