Name: Lepanthes tortilis Luer
Synonyme:
Etymologie: tortilis = gewunden / gedreht — bezieht sich auf die charakteristische Form der Petalen oder die oft leicht in sich verdrehte Struktur der Blüte.
Vermehrung: Aus Samen
Erstbeschreibung: 1983 von Carlyle August Luer in „Phytologia“.
Herkunft / Verbreitung:
Kolumbien und Ecuador.
Standort / Habitat:
Epiphytisch wachsend in kühlen, moosreichen Nebelwäldern in Höhenlagen von ca. 1800 bis 2500 m. Sie bevorzugt sehr schattige, gesättigte Umgebungen mit konstanter Luftfeuchtigkeit und moderater Luftbewegung.
Beschreibung & Anmerkungen:
Lepanthes tortilis ist eine grazile Miniatur-Orchidee mit aufrechten, dünnen Ramicauls, die von lepanthiformen Scheiden umhüllt sind. Die Blätter sind breit-elliptisch bis eiförmig, ledrig und oft dunkelgrün mit einer purpurnen Tönung auf der Unterseite. Die Blüten erscheinen nacheinander an feinen, fadenförmigen Trauben, die kürzer als das Blatt sind. Die Blüten sind komplex strukturiert; die Sepalen sind meist gelblich-braun, während die Petalen und die Lippe oft kontrastierende violette oder rote Farbtöne aufweisen und die namensgebende gewundene Morphologie zeigen.
In der Kultur benötigt die Art zwingend kühle bis kalte Temperaturen und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit (über 80 %). Da sie keine Speicherorgane besitzt, reagiert sie extrem empfindlich auf Austrocknung; das Substrat (feines Sphagnum oder Montage auf Baumfarn) muss stets feucht bleiben. Eine hohe Wasserqualität (Regen- oder Osmosewasser) ist aufgrund der Empfindlichkeit gegenüber Mineralsalzen für das langfristige Überleben dieser Art unerlässlich.