Name: Lepanthes niesseniae Luer
Synonyme:
Etymologie: Benannt zu Ehren von Andrea Niessen, einer namhaften kolumbianischen Orchideenzüchterin und Mitbegründerin von Orquídeas del Valle.
Vermehrung: Aus Samen
Erstbeschreibung: 2003 von Carlyle August Luer in „Monographs in Systematic Botany from the Missouri Botanical Garden“.
Herkunft / Verbreitung: Kolumbien (Endemit der Region Valle del Cauca).
Standort / Habitat: Epiphytisch wachsend in kühlen, nebelverhangenen Bergwäldern (Cloud Forests) in Höhenlagen von etwa 1600 bis 2000 m. Sie bevorzugt extrem schattige, feuchte Plätze mit fast permanenter Luftfeuchtigkeit.
Beschreibung & Anmerkungen: Lepanthes niesseniae ist eine zierliche Miniatur-Orchidee mit aufrechten, dünnen Ramicauls (Blattstielen), die von den gattungstypischen, trichterförmigen lepanthiformen Scheiden umhüllt sind. Das einzelne Blatt ist eiförmig und oft purpurn unterlegt. Die Blüten erscheinen nacheinander an einem dünnen Blütenstand hinter dem Blatt. Die Blütenstruktur ist hochkomplex: Die Sepalen sind meist gelblich-orange, während die Petalen und die winzige Lippe oft in kontrastierenden Rot- oder Violetttönen gehalten sind.
In der Kultur ist diese Art als anspruchsvoll einzustufen. Sie benötigt zwingend kühle Temperaturen und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit (über 80 %). Ein Standort mit wenig Licht und ständiger Luftbewegung ist ideal. Da die Pflanze keine Pseudobulben besitzt, darf sie niemals austrocknen; das Substrat (meist feines Sphagnum-Moos oder aufgebunden auf Farnwurzel) muss stets gleichmäßig feucht sein. Eine Wasserqualität mit niedrigem Leitwert (Regen- oder Osmosewasser) ist für den Erfolg essenziell.