Name: Chysis tricostata × limminghei
Etymologie: Chysis stammt vom Griechischen chysis = Schmelzen / Gießen (bezieht sich auf die verschmolzenen Pollinien); die Epitheta verweisen auf die Elternarten (tricostata = dreirippig; limminghei = benannt zu Ehren des Grafen Alfred de Limminghe). Vermehrung: Samen (Aussaat in vitro)
Erstbeschreibung: Es handelt sich um eine künstliche Kreuzung (Primärhybrid), die bisher noch nicht offiziell unter einem eigenen Registrierungsnamen bei der Royal Horticultural Society (RHS) angemeldet wurde.
Herkunft / Verbreitung: Gartenhybrid. Die Elternarten stammen aus Mittelamerika (Mexiko, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica).
Standort / Habitat: Kulturbedingt. Der Hybrid vereint die Eigenschaften der im Tiefland warm wachsenden C. limminghei (Meereshöhe) mit den etwas kühleren, feuchten Bergwald-Bedingungen der C. tricostata (um 1.360 Meter). In Kultur zeigt sich die Kreuzung dadurch sehr anpassungsfähig im intermediären Bereich.
Beschreibung & Anmerkungen: Dieser Hybrid wächst epifitisch und bildet dicke, spindel- bis keulenförmige, im Alter meist hängende Pseudobulben aus. Die Blätter sind weich, lang und auffallend stark gerippt (faltenblättrig/plicat). Der Blütenstand entwickelt sich im Frühjahr zeitgleich mit dem frischen Neutrieb aus den basalen Blattscheiden. Die wachsartigen, langlebigen Blüten kombinieren die Färbung beider Elternteile: Häufig zeigen sie eine cremeweiße bis hellgelbe Grundfarbe, die zu den Spitzen hin in ein kräftiges Orange- oder Rotbraun übergeht, gepaart mit einer intensiv rot-magenta gemusterten Lippe.
Die Pflanze neigt im Winter dazu, ihr Laub teilweise abzuwerfen. Während des aktiven Wachstums im Sommer benötigt sie reichlich Wasser, hohe Luftfeuchtigkeit und regelmäßige Düngergaben. Nach dem Ausreifen der Bulben im Herbst wird das Gießen deutlich reduziert (ausgeprägte, trockenere Ruhephase), um den Blütenansatz im Frühjahr zu stimulieren. Ein vollständiges Zusammenschrumpfen der Pseudobulben sollte jedoch vermieden werden.